Helmstedter Partnerschaftsverein

Der Virus kann uns nicht trennen - Fahrt des Helmstedter Städtepartnerschaftsvereins zu den Freunden in Fiuggi/Italien

In den Herbstferien 2020 fand eine abwechslungsreiche und in diesen Zeiten sehr bedeutsame 11-tägige Fahrt des Helmstedter Verein für Städtepartnerschaften und internationale Begegnungen e.V. zu unseren italienischen Freunden nach Fiuggi statt. Wir konnten damit auch zeigen, dass der sonst so starke Virus nicht die Macht hat, uns, die wir im Laufe von 34 Jahren Städtepartnerschaft teilweise wie Familien zusammen gewachsen sind, zu trennen. Diese Botschaft konnte Thomas Wendt sowohl beim Empfang der Gemeinde durch die Vizebürgermeisterin Marianna Tucciarelli als auch in den Familien in Fiuggi überbringen. 

Das Programm begann in Perugia/Umbrien – um wieder eine neue, sehr sehenswerte Region Italiens kennen zu lernen. Leider musste der Besuch der dortigen Schokoladenfabrik kurzfristig abgesagt werden, die Exkursionen in die Altstädte von Perugia, Montefalco, Bevagna, Spello, Narni und an den größten dort vorhandenen See, den Lago Trasimeno, fanden aber planmäßig statt. Die Helmstedter haben sich teilweise ins Mittelalter und in die Zeit des römischen Reiches vor 2000 Jahren zurückversetzt gefühlt, da dort vieles noch sehr gut erhalten ist und in beeindruckender Schönheit besichtigt werden kann. Sehr ausdrucksvoll war dabei die verborgene unterirdische Stadt unter der jetzigen Altstadt von Perugia, genauso wie die "Narni sotteranea" eine erst vor wenigen Jahren entdeckte unter einer Kirche verborgene Städte der Inquisition mit drei "Gefängniszellen" und einer Folterkammer, in der die katholische Kirche offenbar noch bis Ende 1800 einzelne Menschen gefoltert habe - laut dem dortigen Guide weisen zumindest Inschriften an den Wänden und diverse Funde in den Zellen offenbar eindeutig darauf hin. 

Selbstverständlich gab es auch in Fiuggi und in der Umgebung viele neue Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Die Gruppe besuchte – einer guten Tradition folgend – in Rom und schaute sich erstmalig das Kollosseum, das Forum Romanum und den Palatin-Hügel genauer an. Dieses kulturelle und politische Zentrum des ehemaligen Römischen Reiches ermöglicht noch heute sehr eindrucksvolle Einblicke in die damalige Zeit – die Teilnehmenden hatten die Gladiatoren, die Senatoren, die Kaiser und das römische Volk beinahe bildlich vor Augen. Abschließend besuchten sie den in der Nähe befindlichen Park "Giardini degli Aranci" – und genossen aus erhöhter Position einen wunderschönen Blick über die Tiberinsel und Teile der Altstadt Roms. Außerdem fanden sie dort ein Schlüsselloch, durch das es sich lohnte zu schauen, auch wenn "nur" eines zu sehen war: Die mehrere Kilometer entfernte Kuppel des Petersdomes. Bei einem zweiten Besuch Roms bestiegen die Italienfreunde diese dann auch - ein Rundumblick über Rom aus ca. 130 m Höhe entschädigte die Mühen der zahlreichen zu überwindenden Treppenstufen. Da die Gruppe erst gegen 23 Uhr zurück nach Fiuggi fuhr, konnten die Teilnehmenden das farblich völlig andere Gesicht Roms bei Nacht bewundern. Aufgrund der Maskenpflicht im Freien in Italien seit Wochen und recht überschaulichen Besucherzahlen konnten sie alle geplanten Besichtigungen durchführen. 

Ein weiteres echtes Highlight war ein Tag unter der Führung des ehemaligen Schulleiters der "Scuola Media", der Mittelschule von Fiuggi, Ennio Cialone, zu dem immer noch sehr gute Kontakte bestehen. Er begleitete die Helmstedter Freunde nach Palestrina, wo vor mehr als 2000 Jahren der größte Tempel des römischen Reiches beinahe den gesamten Hügel bedeckte, an dem sich heute die Ortschaft befindet. Im dortigen Museum inmitten der noch gut zu erkennenden Tempelanlage sind zahlreiche Fundstücke zu bestaunen, die die Pilger früher als Gaben aus allen Gegenden des großen Reiches mitbrachten, um Glück und Gesundheit für Ihre Zukunft zu erbitten. Besonders beeindruckte alle ein ca. 40 qm großes farbiges Mosaik, das damals den mehrstöckigen Tempel neben unzähligen Statuen, Marmorverkleidungen und Säulengängen verzierte und das Leben am Nil darstellt.

Anschließend erläuterte Ennio die ca. 120 ha große "Villa Adriana" bei Tivoli, die der damalige Kaiser Hadrian ca. 100 n.Chr. errichten ließ. In Erinnerung bleiben werden die gut erhaltenen Anlagen wie etwa verschiedene Wasserflächen und Brunnen, die Hadrian auf seinen Reisen durch das Reich vorgefunden hatte und nachbilden ließ. 

Dieser kleine – bei Weitem nicht vollständige – Überblick über die Exkursionen anlässlich des Aufenthalts in Fiuggi verdeutlicht die vielen superinteressanten und herrlich anzusehenden Zeugnisse aus vergangenen Zeiten der europäischen Kultur. 

Selbstverständlich standen im Mittelpunkt aber die besonderen Begegnungen der heutigen Zeit, die die Intensität der Partnerschaft mit Fiuggi widerspiegeln. Ein Teil der Reisegruppe brach an einem freien Tag in die Berge bei Fiuggi auf, um die mittlerweile mehrere Meter hohe Steinpyramide des damaligen Bürgermeisters Verginio Bonanni mit weiteren Steinen zu vergrößern. Auf dem Rückweg über Acuto, einem Nachbarort oberhalb von Fiuggi, kehrte die Gruppe in eine der dortigen Trattorien ein und erfuhr während des Mittagessens zufällig, dass ein Sohn der Wirtsfamilie bereits in Helmstedt gewesen ist. Überraschend für alle Anwesenden wurde dazu noch ein Gruppenfoto von der Wand genommen, entstanden vor dem Helmstedter Rathaus, auf dem vier der fünf Wanderer aus Helmstedt ebenfalls zu sehen waren, da sie ebenfalls an dem Empfang durch  Bürgermeister Wittich Schobert teilgenommen hatten. 

Jeder der Reiseteilnehmenden reiste irgendwann einmal erstmalig als Fremder in Fiuggi ein und nach dem Aufenthalt dort als Freund wieder ab. Dieses Mal kamen alle als Freunde und reisten als "Familie" wieder ab. So erreichte die Städtepartnerschaft unter besonderen Bedingungen durch diesen Besuch eine neue Qualität, ein neues Niveau – getreu dem Motto „Der Virus kann uns nicht trennen“.

Die Helmstedter Reisegruppe im Rathaus in Fiuggi; in der Mitte: Dr. Karl Birker neben der stellvertretenden Bürgermeisterin Marianna Tucciarelli und dem jüngsten jemals mitgereisten Teilnehmer Emil Müller rechts auf dem Arm seines Vaters Michel zu erkennen.

Erster Weihnachtsmarkt in der Partnerstadt Fiuggi eröffnet

Nachdem sich Michael Brunke und Thomas Wendt vom Helmstedter Verein für Städtepartnerschaften und internationale Begegnungen e.V. im Mai 2015 auf den Weg in die italienische Partnerstadt Fiuggi gemacht hatten, um dort Werbung für einen Weihnachtsmarkt zu betreiben, konnte diese Idee jetzt, im Jubiläumsjahr der 30-jährigen Städtepartnerschaft, verwirklicht werden. Mit zahlreichen deutschen Leckereien im Gepäck sind Antonie und Rainer Loos, Michael Brunke und Thomas Wendt zur Eröffnung angereist. 

Beginnend am Rathaus, reihten sich die Stände durch die weihnachtlich geschmückten Gassen der Altstadt bis zum "Palazzo Falcone". Für den Zeitraum des Weihnachtsmarktes (8. Dezember 2016 - 8. Januar 2017) war der Weihnachtsmann, mit seinen Wichteln in diesen alten Palazzo eingezogen. So konnten die Kinder aus Fiuggi und Umgebung sowohl die Wohnung, als auch die Arbeit des "Babbo Natale" kennenlernen und ihre Wunschzettel abgeben. Zahlreiche Besucher reisten sogar aus Rom an, da es auch dort keinen Weihnachtsmarkt gibt. 

Angelockt vom Duft des Glühweins, der aus dem Stand der Partnergemeinden Fiuggi und Helmstedt durch die Gassen der Altstadt zog, strömten die Gäste von Stand zu Stand und ließen sich von der Atmosphäre faszinieren. In dem liebevoll dekorierten ehemaligen Fleischereigeschäft unseres Freundes Vincenzo Infussi wurden sowohl deutsche als auch italienische Spezialitäten von uns angeboten.

All das war nur möglich durch die gute Zusammenarbeit mit Santino und Francesco Ambrosi, die bereits Wochen vorher die nötigen Vorbereitungen getroffen hatten und uns täglich zur Seite standen. Auch wurde der Stand in unserer Abwesenheit von den Beiden und weiteren Helfern betreut. 

So sind wir uns sicher, dass die Freundschaft zwischen Fiuggi und Helmstedt durch die Teilnahme am Weihnachtsmarkt weiter vertieft worden ist.

Eine Mitarbeit beim kommenden Weihnachtsmarkt haben wir bereits angekündigt.

 

Thomas Wendt

Städtepartnerschaftsbeauftragter für Fiuggi/Italien

R. und A. Loos, Michael Brunke, Thomas Wendt
weihnachtlich geschmücktes Rathaus in Fiuggi
Musikanten aus alt.Zeiten kündigen Weihnachten an
Gaukler auf dem Weihnachtsmarkt
Palazzo Falcone, Kaminzimmer vom Weihnachtsmann
Ludovia nimmt im März am Schüleraustausch teil

Helmstedter Gruppe ist vom Besuch der italienischen Partnerstadt Fiuggi zurück

„In visita la delegazione di Helmstedt“ titelte die örtliche Presse in Fiuggi am 16. April anlässlich des Besuches einer 40-köpfigen Gruppe Helmstedter Bürger, die ihre Partnerstadt besucht haben.

Doch bevor die Gruppe in Fiuggi angekommen ist, hat sie noch drei herrliche Tage auf der Insel Ischia und in Neapel verbracht. Bei sonnigem Wetter und sommerlichen Temperaturen lernte man sowohl die Insel, als auch die Großstadt „Napoli“, durch Führungen und anschließende individuelle Touren kennen. Von Shoppen über Schlemmen und Baden im Meer, aufgeheizt durch heiße Thermalquellen, war alles dabei, so dass die Gruppe dort gern noch länger geblieben wäre.

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